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Geschichte

Pontresina liegt sonnenbegünstigt und windgeschützt im exquisiten Reizklima des Hochgebirges. Es gehört mit dem Engadin zu den regenärmsten Regionen der Schweiz. Dank dieser klimatischen Vorzüge und der ausgezeichneten Lage hat sich der Ort zu einem bedeutenden Klimakurort und hervorragenden Alpinistenzentrum entwickelt.

Verschiedene Bronzen, welche bei Pontresina gefunden worden sind, deuten darauf hin, dass die Gegend schon zur Bronzezeit besiedelt war. Aus der Römerzeit zeugt eine gefundene Münze Trajans.

Die erste Erwähnung von Pontresina findet man in der Gamertinger Urkunde vom 22. Januar 1139. Die Kinder Gamertingen schenkten dem Bischof zu Chur alles, was ihnen zu "pontem Sarasinam" eigen war, für ihrer Eltern Seelenheil. Nach einer Urkunde im bischöflichen Archiv in Chur verlor 1244 Tobias de Pont Zarazino durch eigene Schuld das bisher von seiner Familie innegehabte bischöfliche Talkanzleramt. Die Herren von Sarrazeno oder Zarazino amtierten fortan als deputati juridici. Das Oberengadin nimmt 1367 als eine Gemeinde an der Gründung des Gotteshausbundes in Zernez teil. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts löste sich die Oberengadiner Talgemeinde in zwei Gemeinden auf. Die Loslösung vom Bistum Chur erfolgte auf friedliche Weise durch Loskauf und wurde 1526 beendigt.

Die territoriale Auflösung in die heutigen Gemeinden des oberen Talteils fand 1538 statt. In der Folge gab sich die Gemeinde eigene Statuten, die im Jahre 1587 erstmals schriftlich niedergelegt worden sind. Im weiten Wiesengelände zwischen Foppas und Charers muss eine Siedlung bestanden haben, wie aus alten Schriften zu entnehmen ist. Eine ähnliche ganzjährig bewohnte Siedlung muss sich auch am Berninapass befunden haben.

Kirchlich gehörte Pontresina zur Pleif San Peter in Samedan. Schon 1520 bildete es eine eigene Kaplanei und wurde nach 1527 eine selbstständige Pfarrei. Als erste Oberengadiner Gemeinde entschied sich Pontresina 1549 für den reformierten Glauben. Als älteste Dorfkirche muss die heutige Begräbniskirche Sta. Maria angesprochen werden, sie soll bereits im 11. Jahrhundert entstanden sein.

Man weiss jedoch, dass sie 1460 erneuert und erweitert wurde. Die Kapelle San Spiert wurde 1490 durch den Priester Johannes Maurizius Tempesta aus eigenen Mitteln gebaut. Eine weitere Kapelle bestand seit 1519 auf Bernina-Suot. Im Jahre 1876 entstand im neuen Dorfteil Bellavita eine Englische Kirche. Der Bau der Katholischen Kirche fällt ins Jahr 1924. Während früher der Schulunterricht in der Stube des Lehrers oder in einem Privathaus erteilt wurde, entstand 1871 im Dorfteil Bellavita zusammen mit den Gemeindelokalitäten ein neues Schulhaus. Von nun an unterrichteten zwei Lehrer. Im Jahre 1933 wurde durch einen Auf- und Anbau das Schulhaus vergrössert. Bis 1933 wurde der Grundunterricht in romanischer Sprache erteilt. Auf Wunsch verschiedener Eltern wurden die unteren fünf Primarklassen parallel in einer deutschen und einer romanischen Abteilung geführt. Auf Grund der gemachten Erfahrungen wurde 1949 die Vereinigung der drei Schulabteilungen beschlossen und die romanische Grundschule wieder eingeführt.

Bereits im 12. Jahrhundert wurde im nahe gelegenen Val Minor Bergbau auf Silber betrieben. Die auffallenden und gut besonnten Terrassen auf der linken Talseite weisen darauf hin, dass in früheren Jahrhunderten neben der Viehzucht, der Jagd und dem Fischfang, der Getreidebau zur Hauptbeschäftigung gezählt hat. Schon um die Mitte des 12. Jahrhunderts suchten viele Pontresiner Handwerker ihren Verdienst in anderen Ländern.

Recht sonderbar ist der heutige Besitz der Bergeller Gemeinde Bondo auf Bernina. Schon am 18. Dezember 1429 verkaufte ein Alycthus de Olgzathe, wohnhaft im Puschlav, der Gemeinde Bondo "den vollen Besitz einer Alp an einem Orte genannt Beranya in Val Minore". Wenige Jahre später kauft Bondo die zweite Alp in Val Minor von einem "Crapp". 1455 zediert eine andere Famile "Crappun" von Celerina der Gemeinde Bondo ihre Alp auf Bernina. Durch diese drei Käufe und später erfolgten Arrondierungen wusste die Gemeinde Bondo ihre beiden Alpen im Hoheitsgebiet von Pontresina zu erhalten.

Schon im Mittelalter setzte ein reger Verkehr über den Berninapass ein. Im Januar 1849 fährt erstmals die eidgenössische Post mit dem grossen gelben Schlitten auf der Strecke bis Ospizio Bernina auf. Der durchgehende Sommerbetrieb auf der Bernina-Bahnstrecke fällt auf den 5. Juli 1910. Der Bau der Berninastrasse in den Jahren 1842/64 trug merklich bei, den Handel und Verkehr zu beleben.

In diese Zeit fällt auch die Entstehung von Pontresina als Touristen- und Kurort. Der Beginn der Wintersaison fällt allerdings erst ins Jahr 1905. Heute gilt Pontresina als einer der beliebtesten Ferienorte im Engadin.



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